Online-Plattformen, die Ihre Werke hosten und aktiv monetarisieren, fallen momentan unter eine Gesetzeslücke. Daher kommen die Betreiber auch damit durch, Ihnen die Bezahlung Ihres angemessenen Anteils vorzuenthalten.

Auch wenn die Europäische Kommission Ihrer Stimme letzten Sommer Gehör geschenkt und eine ausgewogene Urheberrechtsgesetzgebung vorgeschlagen hat, ist eine Abschwächung durch das Europäische Parlament und den Rat (die Mitgliedstaaten) nicht ausgeschlossen.

Daher ist es jetzt an der Zeit, dass Sie Ihrer Stimme in Brüssel Gehör verschaffen, so dass die neue Urheberrechtsgesetzgebung Ihre Interessen schützt und nicht die der Internetriesen.

Ein neues Schreiben wurde im Rahmen der großen „Meet the Authors“-Konferenz am 30. Mai in Brüssel lanciert - als Auftakt einer neuen Kampagne für Kreativschaffende.

Petition

Liebe Europäische Union,
bitte setze dem ungerechten Wertetransfer ein Ende!


Wir, Kreativschaffende aus allen künstlerischen Bereichen aus ganz Europa, rufen Sie, die Entscheidungsträger der EU, dazu auf, der Werteverlagerung weg von den Kreativen und hin zu einigen Online-Plattformen ein Ende zu setzen.

Im Online-Bereich sind „User uploaded content“-Plattformen (UUC, von Nutzern hochgeladenen Inhalte) heute der wichtigste Zugangsweg zu unseren Werken. Für diese Nutzungen erhalten wir jedoch entweder gar keine oder allenfalls geringste Vergütungen. Der Fortbestand der Kultur- und Kreativwirtschaft, die wesentlich zur Schaffung von Wachstum und Arbeitsplätzen in der EU-Wirtschaft beiträgt, wird durch diesen Wertetransfer bedroht.[1]

Wir brauchen ein Umfeld, das das Wachstum von neuen und legitimen Geschäftsmodellen fördert, einschließlich der „User uploaded content“-Plattformen. Ein Umfeld, das Rechtssicherheit für Verbraucher schafft und sicherstellt, dass dies mit einer fairen Vergütung für Kreativschaffende einhergeht. „User uploaded content“-Plattformen haben ihr Geschäft auf dem Wunsch vieler Menschen aufgebaut, Zugang zu unseren Werken zu haben und diese teilen zu können. Die Plattformen sollten dabei ihre Verantwortung jedoch nicht auf die Verbraucher oder die Kreativschaffenden abwälzen.

Die momentane Situation gleicht einer Abwärtsspirale, die den Respekt und den Wert kreativer Werke nach unten zieht. Wir sind auf Urheberrechte angewiesen, denn sie sind unser Lohn und unser einziges Instrument, um eine faire Vergütung für unsere Werke auszuhandeln.

Die bevorstehende Gesetzgebung zum Urheberrecht ist eine Chance, diese trittbrettfahrenden Plattformen zu stoppen.

Wir bitten Sie, im weiteren Verfahren

  • klarzustellen, dass „User uploaded content“-Plattformen wie YouTube an der Vervielfältigung und Zugänglichmachung unserer Werke im urheberrechtlichen Sinne beteiligt sind;
  • dafür zu sorgen, dass die Regelungen zum Haftungsausschluss („Safe Harbour“) keine Anwendung auf „User uploaded content“-Plattformen finden, da diese Regelungen für rein technische Vermittler gedacht sind.


Der faire und ausgewogene Ansatz der Europäischen Kommission in dieser Angelegenheit war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir zählen auf das Europäische Parlament und den Europäischen Rat, auf dem von der Kommission vorgeschlagenen Lösungsansatz aufzubauen und diesen weiterzuentwickeln, um ein zukunftssicheres Umfeld für alle Beteiligten zu garantieren.


Hochachtungsvoll,
Ihre Kreativen.



[1] Beschluss des Europäischen Parlaments vom 13. Dezember 2016 über eine kohärente Politik der EU für die Kultur- und Kreativwirtschaft 2016/2072 (INI); Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt (COM(2016)593; Folgenabschätzung zur Modernisierung des EU-Urheberrechts - Begleitunterlage zum Vorschlag für eine Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt SWD/2016/0302 Endfassung - 2016/0284 (COD)

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